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Ganz persönliche Ansichten über neue Kinofilme. Zu lesen nur bei textstrategie.de. Der nächste Abschnitt kommt, sobald ich es wieder ins Kino geschafft habe zuletzt aktualisiert am 27. April 2011 |
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Metropolis (1927/2010)Lang her, oder: Jetzt wieder neu – Fritz Langs pathetischsoziales Hirn-Hand-Herzdrama, die mythenschwere Mahnsaga von übermorgen und vorgestern, kommt in nie gesehener Form noch einmal ins Kino. Sie wurde restauriert nach allen Regeln der Wissenschaft, mit den Funden von 2008. Allein die Aufzählung der Kooperationspartner füllt mühelos die breite Leinwand. Hält das Ergebnis dem verwöhnten Blick von heute stand? Die aus moderner Sicht krude Tricktechnik bringt uns ins Grübeln. Wie konnte da jemand mit den Mitteln des Bastelkurses Filmgeschichte schreiben? Doch halt, Meister Lang hatte über seine Haupt- und Kleindarsteller hinaus 36.000 Komparsen vor der Kamera, dazu 750 Kinder plus „100 Neger und 25 Chinesen“. Echte Menschen, nicht Klone aus der Crowd-Simulation. Mit ihnen allen hat er bekanntlich 380 Stunden Material gedreht, was unfassbare sechs Millionen Reichsmark verschlang. Und das Drehbuch – anders als der Filmturm zu Babel – war nicht von Pappe, sondern von der Harbou. Zugegeben, man merkt dem Film sein Geburtsdatum an. Theatralik, plakative Effekte wirken hier und da unfreiwillig komisch. Aber Hand aufs Herz, so ein Warnschild „Gefahr“ könnte aus jedem Bond stammen, oder? Die Wucht des Gezeigten lässt den Abstand vergessen. Marias Entsetzen etwa, als der Fahrstuhl abstürzt. Wenn das Wasser einbricht, die Kinder zu fliehen versuchen. Die parallelen Handlungsstränge, dank der Restaurierung klarer konturiert, erzeugen Spannung. Nicht zuletzt schaffen Licht und Schatten, Spiegel und Dampf in vielen Einstellungen zeitlos starke Kompositionen. Fazit: Lohnt sich – für alle, die 1927 nicht dabei waren. Oder 2010 bei der Premiere der restaurierten Fassung. Und die noch nicht die Blu-ray haben. |
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Der ganz große TraumAls das Reich Reich war, war das die Zeit der folgenden Sprüche: Achtzehn sieben eins, Frankreich ist dem Kaiser seins. Wer's nicht wusste, bekam es eingeprügelt. Wer hingegen, ballspielsweise in Braunschweig, die Lederpille trat, bekam das ausgetrieben: Undeutsch! Barbarisch! Weibisch gar! Eine komplette Unterterzia leidet, samt ihrem anglophilen Junglehrer Koch (Daniel Brühl, diesmal eher blass). Doch sie geben nicht auf. Bis eines glücklichen Tages, der Kick ist einfach zu groß, das kaiserlich genehmigte Fußballspiel seinen Siegeszug im Reich antreten darf. Nur die Bayern brauchten länger, wie der Abspann verrät. Der sagen wir mal transparente Handlungsablauf, die profilarmen, oft karikaturesken Figuren, das Kammerspielhafte sind zwar nicht der ganz große Traum von einem deutschen Drama der Ersten Liga. Aber es blitzen schöne Ideen auf, etwa das Kaiserbild als Feigenblatt, gepaart mit einem süffigen Vor-Freudschen Versprecher. Oder der mühsame Weg zum rollrunden, flugtauglichen Ball. Wie gut allerdings, dass Trainer heute nicht mehr jeden Spielzug auf Englisch kommentieren müssen. Auch das mag zum Erfolg des Fußballs beigetragen haben – sogar auf der Insel. Fazit: Blumig-vollmundig, pädagogische Noten im Abgang; mit Kindern jedoch durchaus anregend. |
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Rapunzel – Neu verföhntEs war einmal eine haarige Sache: das mit Mama. „Mutter weiß mehr“, wenn ich das schon höre. Die hat mich total eingesperrt. Ich will endlich 'raus aus dem Turm! Ja doch, mein Leben leben, will ich ja. Nur guck' mal du, das ist nicht so einfach, ich hab' sie voll belogen, betrogen, sogar irgendwie enttäuscht, oder. Wie, das gehört dazu? Mussmandurch, tuseinfach, sagst du? Mama! Ich, das ist übrigens ein achtzehnjähriges supersüßes Blondgeschöpf. Du, das ist Ryder, Flynn Ryder. Sie eine Prinzessin, die es nicht ahnt. Er zwar kein Prinz, aber angehender Meisterdieb, bereits steckbrieflich zertifiziert und gepflegt gecoolt. Nur Gefühle sortiert er nicht so gut. Sie dagegen kann, sehr sensibel, eine ganze Pferdestärke hundzahm machen. Phrrrrr! Rapunzel teilt sich mit. Teilt außerdem aus, hat einiges auf der Pfanne, und das ist ganz wörtlich zu verstehen. Ihr Abenteuer nimmt seinen Lauf. Mama crawfordert derweil raffiniert ihren Tribut ein, bis sie am Schluss echt alt aussieht. Rapunzel – Neu verföhnt ist ein sorgsam gegen den Strich gekämmter Märchenspaß, mit freundlicher Unterstützung der Firmen Grimm und Asterix, angereichert With Kind Permission Impossible (Gruß an Cruise!) sowie weiteren Teilen der Filmgeschichte. Ein Chamäleon namens Pascal spielt mit, kalibriert sich immer mal wieder neu und übt pausenfrei Mimik-Kri. Ein schönes Bild für diesen temporeich kurzweiligen, unverschämt eklektischen, gelungenen Animationsfilm voller Ah-Haar-Effekte. Fazit: Erwachsene nur in Begleitung von Kinderjährigen. Aber dann! |
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InceptionPass auf deine Träume auf, warnt Oma immer, sonst holt sie der Extractor. Jedenfalls, wenn du Industrieller bist. Traumklau ist in – aber reicht das, bei Reichen? Magnatenschlaf, Konzernideen: Da geht noch was! Hallo Extractor, bitte mal den Aktivmodus testen. Read, write, save. Gedanken implantieren, unbemerkt versteht sich. Riskant, jedoch winkt eine satte Einspeise-Vergütung. Trauminator Cobb (stark: Leonardo DiCaprio) macht sich ans Werk. Hilfreich ist Ariadne, seine kreative Fadenzieherin (souverän: Ellen Page). Störend mischt Cobbs verstorbene Frau sich ein und sein psychisches Untergeschoß auf. Was ihn nicht davon abhält, den Traumjob anzunehmen. Das komplexe, spannende Schachtelspiel entfaltet Träume im Traum (im Traum). Planung ist alles? Simultaneität, Sensibilität, Improvisation sind gefragt. Dazu ein Dream Team. Und der „Kick“ zum richtigen Zeitpunkt. Schließlich will keiner da drin bleiben, wenn der Traum plötzlich in Alp und Horror umschlägt. Fazit: Inception besticht mit cleverem Plot, gutem Spiel, optischer Wucht. Angucken! Und auf kleine Kreisel achten. |
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AvatarBaumspringen, Waldlaufen, Zureiten: Da hat man als GI-Veteran im Rollstuhl kaum Chancen. Zumal auf dem Planeten Pandora, wo statt handelsüblicher Atemluft Giftgas wabert. Mehr noch, im Walde von Pandora, da haust ein wilder Stamm. Blauhäutig, spockohrig, vor allem uneinsichtig. Die Na'vi räumen ihre Heimat nicht. Es ist ihnen egal, dass sie dadurch sündhaft wertvolle Unoctanium-Lagerstätten blockieren. Nicht egal ist dies freilich den geschäftstüchtigen Aliens, den Menschen. Sie entsenden den gelähmten Jake Sully, in Form eines Avatars eines starken Second-Life-Bruders. Was nun Jakes Alter Ego bei den Na'vi erlebt, ist schlicht atemberaubend. Er taucht ein in eine Zauberwelt aus mal putzigen, mal tödlich bissigen, phantastischen Waldwesen. Alles fremdneu und schnell, zum Staunen, zum Abheben. Ein einzigartiger, berghoher Lebensbaum gestattet genuin dreidimensionale Existenz inklusive echten Lenk-Drachen. Jake lernt eine Gemeinschaft kennen, die indianisch eng mit der Natur verzahnt ist. Zentrales Bild dafür sind die schönen langen Unisex-Zöpfe mit USB-Puschel, ohne die hier im Wald gar nichts läuft. Aber dann. Schwebende Berge, unzählige Lichtgeschöpfe und überirdischer, grenzenloser Märchenwald. Eine spannende Augen- und Ohrenweide. Bis die Bulldozer kommen. Und die Geschwader, leider auch noch mit dem üblichen Geschwafel, Coolness muss halt sein. Der Rest erinnert von Ferne an Little Big Man, an Apocalypse Now. Es gibt Kampf, wie im richtigen Imperialismus, außer aber wir wollen ja nicht alles verraten. Fazit: Absolut genießenswert nur an den Plot bitte keine großen Avatungen. |
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Casino RoyaleWas macht den Bond zum Bond? Hier kommt eine neue Antwort. Sie beginnt bei Null, genauer bei zwei Nullen. Vorgespannt eine Zeit, als das Zeichnen noch animiert hat. Hauptgespannt, wie er sich überall heraushaut, rennt, klettert, knallt. Selten stand alles so auf der Kippe, war so schwer erkämpft. Selbst nein gerade im Spiel, der zentralen Metapher für den bitteren Ernst. Nachgespannt ein Tod in Venedig, die Bond Identity, eine neue Jagdsaison. James hat alle Handys voll zu tun, ist dauernd auf den Beinen, ein Ausbond an Fleiß und Arbeitseinsatz. So bleibt ihm weniger Zeit für High-Tech, Kult und Frauen als gewohnt. Einzige Ausnahme die diesmalig dunkle Bondine (wunderbar: Eva Green) Schatz, Meisterin und Duschgesellin mit Temperaturhoheit. Fazit: Ein neuer alter Bond, dem Buch-Bond wohl näher als die meisten. Trumpft nicht so auf, aber überrascht, reißt mit, wirkt nach. |
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Children of MenDemographie? Der jüngste Mensch der Welt stirbt mit achtzehn. Geboren wird niemand mehr. Demokratie? Ersetzt durch Terroristenhetze, Polizei, desolate Zustände, grassierende Apathie. Demagogie? Menschenunwürdige Flüchtlingslager heißen Homeland Security. Dämonologie? Gott straft uns, tut Buße, om shanti shanti. Om Himmels Willen. Eine erschreckend reale, greifbare, britisch riechende Düsternis mit starken Lichtblicken. Althippie und Hanfbauer Jasper (strahlend: Michael Caine) ist so einer. Oder die Widerständlerin Julian (more: Julianne Moore). Allen voran der melancholische Anti-Held Theo (subtil abgewrackt: Clive Owen), zwischen allen Fronten. Und Kee (wie key), mit ihrem Kind der Schlüssel zur Zukunft. Wenn es denn eine gibt. Fazit: Menschenskinder, die beste bittere Utopie seit langem großartig erzählt, gespielt und photographiert. |
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Eine unbequeme WahrheitEs war einmal in grauer Vorzeit, im Jahr 2000. Der nächste Mr. President hieß Albert Gore. Seitdem reist Gore geduldig um den Globus, den Vortragskoffer voll Munition im Kampf gegen die Klimakrise. Gore ist glasklar strukturiert, schlagkräftig, humorvoll, druckreif. Er hat die Gabe, seine Argumente zuzuspitzen, ohne zu verfälschen. Sein Thema ist von höchster Wichtigkeit. Kurz, ein gefundenes Fressen für Dokfilmer, Marke Mitdrehen genügt. Der Redner und sein Regisseur haben sich damit nicht ganz zufrieden gegeben. Was entstand, schwebt geschickt zwischen einem Hauch Koyaanisqatsi, der stimmführenden Kraft der Vernunft und einer Prise American Emotions Ltd. Auch Unterhaltsames ist eingestreut, und Al Gore entlässt uns durchaus hoffnungsvoll. Mit präzisen Anweisungen: Tuwas. Ob Krise oder Katastrophe – an diesen Film werden wir uns noch in dreißig, vierzig Jahren erinnern. |
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CapoteTruman-Show: Der exzentrische Journalist und Autor Capote genießt seine Erfolge und glänzt gern in Gesellschaft. Thema seines Lebens wird ein Mordfall im flachen Weizenwesten, 1959. Truman Capote will eine Mordsgeschichte daraus machen, einen neuartigen Dokumentarroman, eine Literatur der Wahrheit. Weiterer Ruhm winkt. Die Wahrheit indessen erweist sich als zähe Materie. Der Autor setzt Spürsinn und Psychologie ein, um seine Story dingfest zu machen. Hilft mit Geld nach. Doch all das genügt nicht. Denn nur das Vertrauen eines der beiden Täter bringt Capote weiter. So tritt er als Retter auf und besorgt einen Anwalt. Zugleich aber belügt er den Häftling, um ihm seine Geschichte zu entwinden: Die Wahrheit will offenbar durch Unwahrheit erkauft werden. Capote, selbstsüchtig seit jeher, wird aus Ehrgeiz zum erbärmlichen, feigen Freak. Als die Täter hingerichtet werden, sind die Morde letztlich unverstanden geblieben und der gefeierte Autor innerlich gebrochen. Philip Seymour Hoffman, inzwischen Oscarpreisträger, bringt uns den stets ambivalenten Capote beängstigend nahe – als berechnenden, genialen, geistreichen Egozentriker. Und fast nebenbei gelingt eine unaufgeregte Anklage gegen das Amerika der Todesstrafe. Ein düsterer, eindrucksvoller und denkstoffreicher Film. Fazit: Anschauen, durchatmen. |
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Walk the lineJohnny Cash: Wer so heißt, braucht keinen Künstlernamen. Braucht nur einen Sound, der zündet. Braucht, naja, Tabletten (danke, Elvis). Braucht ordentlich Bier, um die Tabletten herunterzuspülen. Braucht Zeit fürs Absumpfen und ein paar Tage hinter Gittern. Braucht dann einen Engel, der ihn schützt, bis alles wieder funktioniert. Hey, June (frisch wie Oscar: Reese Witherspoon) nur echt mit Autoharp, dem putzigen, zitherigen Musikinstrument. All das verdanken wir nicht dem Script, sondern dem Leben. Dem Drehbuch verdanken wir dagegen die lange, schöne Rückblende, vom legendären Konzert im Folsom-Gefängnis auf die Baumwollfelder der Kindheit in Arkansas, über den Tod des Bruders bis zum Columbia-Stardasein. Voller Auftritte, fast so viele wie im richtigen Leben des J. R. Cash. Und übrigens ist dies der Film mit den meisten Heiratsanträgen. Der Man in Black hätte seine Freude gehabt, wenn er ihn noch hätte sehen können. Allerdings wird er für uns künftig immer eine Narbe auf der Lippe tragen, wegen J. Cash Phoenix. Fazit: Sehenswert und hörenswert, schon wegen der famosen Besetzung (den Oscar hätte allerdings, pardon, eher Mr. Phoenix bekommen sollen). |
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Wallace & Gromit auf der Suche nach dem RiesenkaninchenHatz I, Hatz II, Hatz III, Hatz IV: Wann immer ein Kaninchen ans Gemüse geht, schrillt der Alarm. Dann jagt das Erfolgsteam Anti-Pesto heran und packt Hoppelmann in den Sack. Ab ins humane Nagerlager! Das Erntefest scheint gerettet. Die Rüben reifen. Das Geschäft blüht. Kehrseitig füllt sich das Kellergewölbe mit hungrigen Nagetieren. Eine Art nagioaktives Endlager, denn Freilassen geht nicht. Aber Wiederaufbereiten? Klar, Erfinder Wallace und sein treuer Manager Gromit entwickeln für alles eine Lösung. Sogar für die Probleme, die es ohne ihre Technik nicht gäbe. Die beste Lösung aber sind sie selber. Denn W+G plus Gummigenossen drehen das große Erfinder-Mystery-Grusel-Ding. Mit einem Schuss, pardon, einem Hauch von Adelsromanze, dank der knetigen Lady Tottington. Filmgeschichtlich ergiebig, sehr britisch, spannend und lachtechnisch auf neuestem Stand bis hin zum Sauger, der auch blasen kann. Fazit: Mann, Nager, vergesst die Beete. Lasst euch fangen! |
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Land of PlentyBack in the US, LA und willkommen in der Hauptstadt der Armut. Die junge Heimkehrerin Lana gewöhnt sich erst langsam ein. Paul dagegen hat alles im Griff. Er rettet das Vaterland, wie damals, als sie in Vietnam siegten (doch, ehrlich). Heute jagt Paul auf eigene Faust verdächtige Turbane. Die nur scheinbar kindliche Lana und Paul, ihr Onkel, wachsen auf kuriose Weise zusammen. Ihre Reise führt ins gottverlassene Trona und schließlich zum Ground Zero. Es ist, als warte der Himmel über NY auf einen Neubeginn. Das Land der Fülle randvoll mit Traumata, Träumen und Paranoia. Gekonnter als Wenders hat das lange keiner mehr in eine wunderbare kleine Parabel gepackt. Einfühlsam, humorvoll, gut gespielt und brillant gefilmt. Mit einer Prise Hoffnung, die man Wenders am Ende sogar abnimmt. Fazit: Ansehen, solange er noch läuft. |
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CollateralHallo, Taxi. So sauber? Mit einem Fahrer, der sich auskennt. Eine Staatsanwältin steigt ein, aber die küsst man halt nicht, und bye. Hallo, Taxi. Killer Cruise kapert das Vehikel, kreuzt durch LA und arbeitet mordend seine Liste ab. Pech kennt er nicht. Er improvisiert perfekt, ein Miles Davis an der Kugeltrompete. Was der Killer als gute Jamsession erlebt, gerät für Max (herausragend: Jamie Foxx), seinen Chauffeur wider Willen, zum Alptraum einer Nachtfahrt. Er wird benutzt, kann den Mörder nicht stoppen. Dann saugt der Strudel der Ereignisse den Taxi Driver ein. Max, der liebenswerte, bislang harm- und erfolglose Perfektionist, beginnt selbst zu improvisieren. Und mausert sich vom Kollateralfahrer zum Virtuosen, als er auf der Abschussliste einen bekannten Namen entdeckt. Fazit: Sorgfältig inszenierter Thriller mit moralischen Knacknüssen. |
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Der letzte SamuraiWas ist das: Trägt Leder, spricht Japanisch, und sein Samuraischwert macht Gegner kopflos? Kein Zweifel, ein abgehalfterter Captain der US Army. Er hat einen neuen Job im Land der Pfirsichblüte. Da warten ein paar Überraschungen auf ihn. Und auf uns. Denn Cruise und Crew setzen ihren Ost-Western recht gefühlvoll in Szene, Nachdenkliches und leise Töne inklusive. Sie haben die Gebrauchsanweisungen gründlich studiert von den Glorious Seven alias Sieben Samurai bis zu Kagemusha fehlt nicht der Schatten eines Kriegers. Dabei ist aus einer guten Story ein opulent bebildertes Spiel entstanden, das die Parallelen von Bushido Ost und Ehre West bis ans bitter-sinnlose Ende sauber durchzeichnet. Zugegeben, der Weg des Kriegers ist kaum neu; sein Netto-Klischeegehalt liegt nur knapp unter den erlaubten 30 %. Aber er ist allemal unterhaltsam anzuschauen. Und vielleicht sogar etwas mehr als das. Fazit: durchaus sehens-schwert. |
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Die Rückkehr des Königs (Herr der Ringe III)Aller guten Ringe sind drei. Dieser letzte Teil bringt zwar nichts wirklich Neues. Aber Hut ab, die mittelirdische Truppe hat noch mal ganze Arbeit geleistet. Vor allem hat sie was wir ja hofften HDR II klar übertroffen. Eine berauschende Optik führt ins Finale. Die Kamera fliegt, wir sausen mit. Vertikale Schwindelperspektiven wie anno Murnau machen klar: hier geht's um Stürzen oder Siegen. Der spannende, straffe Plot lässt manchen Figuren sogar Raum zu reifen. Gandalf beispielsweise, als hätte er eine Verjüngungskur hinter sich, wirkt schlagkräftiger denn je. Andere aber kommen zu kurz besonders die Elben. Sie spielen noch mit, mehr nicht. Und der Schluss? Naja, der ist nicht besonders tolkühn. Ein American-Ending-Bagel, getunkt in süßen Abschiedsschmerz, der schon fast keiner mehr ist. Fazit: allemal sehenswerte Action. |
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LutherMeister Luther putzt so sauber Wir sehen den jungen Martin im Kloster beim Bodenschrubben. Sein Mentor (ausgezeichnet: Bruno Ganz) weist ihn sanft zurecht: Zu viel Eifer eitel. Eine gelungene, sprechende Szene. Überhaupt bringt uns der Film den Reformator als Menschen nahe. Eine Sympathiefigur, mit Einsatz, Menschlichkeit, Mut. Wir zweifeln, wir hoffen mit ihm. Wir freuen uns, wenn er die Kirchenoberen durch brillante Schriftkenntnis in die Defensive drängt. Ein paar Bedenken seien trotzdem erlaubt. Luther so feinsinnig, zart? Lukas Cranach sah das etwas anders. Wo bleibt das Herbstlicht des Mittelalters, wo der kraftvolle, durchaus derbe Sprachkünstler? Der fiel wohl dem protestantischen Consensus zum Opfer, denn wir sehen einen modernen, aufgeklärten Akademiker. Und erleben recht einfach gestrickte Ideengeschichte. Ein weiterer Gedanke gilt dem Räderwerk der Sequenzen. Luther ist ein klarer, didaktischer Film. Im dramatischen Fluss dagegen knirscht es ein wenig. Noch beim Abspann geraten wir ins Grübeln: Für diesen Film wurde Software entwickelt? Da kann wohl nur ein Kardinalsrot-Modul zur Lichtbestimmung gemeint sein. Luther nimmt dennoch sehr für sich ein durch die Inhalte, durch die sorgfältigen Tableaus und nicht zuletzt durch die handverlesenen Schauspieler. Eine echte Freude, von Ustinovs Friedrich über Ochsenknechts Papst samt Nuntius bis hin zu Molinas Tetzel. Und allen voran Fiennes' glänzender Luther selbst, mit seiner Frau. Fazit: Sehenswert, stellenweise bewegend, und auch für Nichtprotestanten geeignet. |
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The Matrix III RevolutionsGroßmutter sagte immer: Wo dir Folge 2 missfallen hat, da spar' dir die dritte. Aber wir wollten ja nicht hören, noch nie. Wir wollten sehen. Es kam also, wie es kommen musste. Wir waren trotzdem drin. Revolutions versprach der Titel. Wir übersetzen das hier mal als zweckentleertes Um-sich-selber-Kreisen. Denn etwas Umwälzendes wird beim besten Willen nicht erkennbar: Jeder tut, was man von ihm erwartet. Programme arbeiten sich ab. Laufzeit! Die Kämpfer kämpfen, Agenten agieren, das Orakel orakelt. Wer frei ist, trifft Entscheidungen. Wer Munition hat, schießt. Es quirlen die bewährt bösartigen Brauseschlauch-Kraken umher. Kurz, alles rotiert nur die Story klemmt. Ihre Oberflächen-Spannung verdeckt notdürftig, dass das Innere hohl ist wie die Halle der unterirdischen Stadt Zion. Stattdessen hagelt es kryptische Dialoge, purzeln Rätsel über Rätsel. Wir beklagen traurige Verluste, und der Schluss bringt eine Flachlandlösung mit Strahleffekt. Fazit: Hoffentlich wird es keine Folge 4 geben. Denn Großmutter (siehe oben) |
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Swimming PoolUnsere Blitzumfrage am Kinoausgang ergab: 99,3 % würden diesen Film gern sofort noch mal sehen. Aus Spaß, wie sie sagen, an diesem feinen Netz der Anspielungen, Vorspiegelungen, Verschachtelungen. Ausrede! Die einen wollen nur ihre am Schluss gefundene Aha-Lösung prüfen. Wir können beruhigen, sie stimmt.* Die anderen möchten der schönen Schwimmerin noch mal zuschauen, bei allem. Bitte die werden wir nicht zurückhalten. Zurückhalten müssen wir allerdings manches, was wir am liebsten gleich erzählen würden (siehe Anmerkung). O. k., zwei Worte zur Story. Eine britische Autorin will ihren nächsten Roman schreiben. Sie zieht sich in das französische Landhaus ihres Verlegers zurück. Dessen Tochter taucht plötzlich auf und stört sehr, besonders durch ständige Männergeschichten. So, mehr dürfen wir nicht verraten. Nur noch, dass es um einen gelungenen Kopf-Sprung geht hinein in ein schönes warmes Sprudelbad, in das einzutauchen man nicht zögern sollte. Denn obgleich der Film wie ein spannender Krimi funktioniert, wäre er sogar ohne die richtige Auflösung sehenswert, als unterhaltsames Kammerstück voll ironischer Details, anregender Bezüge, interessanter Musik und vor allem mit exzellenten Darstellerinnen. In diesem Swimming Pool wird die Engländerin in Frankreich wieder zu einem Thema, das sich gewaschen hat. Fazit: Hineinspringen, treiben lassen, wir sind entre nous. * Die den Film gesehen haben (und nur die!), dürfen hier noch mehr dazu lesen. |
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The Matrix ReloadedAbout Smith: Was hier geladen wird, ist Agent Smith 2 Punkt null. Eins, zwei, viele Smiths. Eine skalierbare Kampfsoftware im Datenmeer des falschen Scheins. Doch wie so oft sind neue Features durch schlechte Performance erkauft je mehr Smiths, desto langweiliger der Kampf. Interessanter sind andere Programme, die sich auflehnen. Neo: Jetzt neu, Faust voran, Superman. Rebell, Erlöser und plötzlich im Verdacht, zum System zu gehören. Ein Teil von jener Kraft, die stets das Gute will und stets die Matrix schafft? Neo ist Release 6, mit Aussicht auf jede Menge Upgrades, versteht sich. Zion: die letzte Stadt in Menschenhand. Ein substanzfreier, mit Pseudoreligion gefüllter Raver-Treff. Eine Prise Erlöser-Sex am Rande. Ist das, wofür es sich zu kämpfen lohnt? Persephone: Hoi, die will etwas. Und hat etwas. Durch sie kommt immerhin Leben in die Sache, mit einem Hauch Jeanne Moreau im Mundwinkel und Erinnerungen ans große Kino der Leidenschaften. Davon hätten wir gern noch mehr gesehen, statt der unnahbaren coolen Krieger. Action: Doch doch, spannend. Zwar mit Befehlsempfängern statt der kühnen Aufständischen aus Matrix 1. Aber ein Ambiente wie der eigens gebaute Highway hilft ihnen, durchaus spektakulär zu operieren. Ma(n)y Tricks Reloaded: ein maßlos eklektischer Film. Integrierte Phrasenverschiebung, verkleidet als Philosophie. Und all dies, ohne dass uns das trösten würde, ebenfalls Upgrade-fähig. Siehe Abspann, nach dem Film ist vor dem Film. Fazit: Operator, wir brauchen einen Ausgang. Schnell. |
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X-2 (X-Men 2)Obacht, Mutanten sind in der Stadt. Wie die schon heißen: Magneto (psst, ist das ein Wurfspiel?), Iceman (Gefrierkost?), Wolverine (gegen Schmerzen?), Pyro na und so weiter, jeder Name ein Ausdruck allerliebster, patentwürdiger Fähigkeiten. Wir verstehen: Dies Völkchen stellt eine Gefahr dar. Das tat es bereits in Teil 1 und sorgte dort für Unmut unter den Unmutierten. Nun dringt einer gar ins Weiße Haus ein und verpasst Mr. President einen Denkzettel mit der Aufschrift Freiheit für Mutanten. Das Fass ist voll. Es folgt ein Action-Spektakel, das seine starken Momente hat. Nicht zuletzt, wenn der Film ein wenig Selbstironie wagt, wenn etwa Iceman mal schnell die Limonade kühlt. Und besonders da, wo die Mutanten-Repräsentanten mit sich selbst in Konflikt geraten wie der Satansbraten Nightcrawler. Wo die dunklen Seiten der Macht sichtbar werden. Was wir nicht verstehen: Es gibt keine Fragen mehr. Die fällige politische oder ethische Diskussion findet, vor lauter Kampf zwischen Wut und Böse, in X-2 gar nicht mehr statt. Damit löst sich das Schwarz-weiß-Schema und letztlich die ganze Comic-Logik selbst auf. Symptomatisch, dass der einstige Oberböse Magneto plötzlich Mutanten-Solidarität übt. Und Mr. President, der sichtbar bushig daherkommt, wird am Ende nicht durch das Gute, sondern durch schiere Macht überzeugt. X-2 scheitert an seinen eigenen Vorgaben. Allzu absurd ist die Comic-Welt, die Figuren zu starr. Das Spiel bleibt völlig an der Oberfläche. Selbst wenn die so reizvoll ausschaut wie unsere Mut-Arbeiterinnen des Jahres Rebecca Romijn-Stamos (hey: Mystique), Famke Janssen (yeah: Jean Grey) und Halle Berry (wow: Storm). Fazit: unterhaltsam, aber durchaus verzichtbar. |
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The HoursThe Hours: so wollte Virginia Woolf zunächst nennen, was dann Mrs. Dalloway wurde ein bahnbrechender Roman (1925) um Zeit und Bewusstsein, Lebensentwürfe und eine Todesentscheidung. Der Film verknüpft drei Zeitschichten, kontrastiert drei Heldinnnen. Nr. 1 ist die reale Virginia Woolf (Nicole Kidman); Nr. 2 eine Dalloway-Leserin der 50-er Jahre (Julianne Moore) in LA; Nr. 3 eine New Yorkerin von heute (Meryl Streep). Alle drei durchleben einen Tag, an dem es ums Ganze geht. Per Schnitt und Gegenschnitt meisterhaft montiert, wechselt beständig die Szenerie. Auf überraschende, suggestive Weise schälen sich so die Probleme heraus, welche diese drei virtuellen Schwestern miteinander teilen. Eigentlich ist es nur ein einziges: das Leben selbst. Im schlechten Licht betrachtet, eine traurige Ansammlung verpasster Möglichkeiten. Im guten, die Suche nach dem Glück. The Hours zieht uns gleich zu Beginn buchstäblich hinab in die Tiefe. Ein schwarzer Schleier senkt sich über die Welt. Das ist das Bedrückende an diesem Film. Seine Stärke ist es, uns die Abgründe der Existenz bis in die vertrauten Details eines Stadtlebens hinein nachvollziehbar zu zeigen. Alles ist Alltag, und doch atmet jeder Moment das Ganze. Alles ist wie immer, und doch wird in jeder Ritze die Zeit selbst spürbar: Sie tanzt zu den Kadenzen von Philip Glass. Das ist das Großartige an diesem Film zusammen mit dem wunderbaren Dreigestirn Kidman, Moore und Streep. Fazit: ergreifend aber nur in starker Gemütsverfassung anschauen. |
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Good Bye LeninHeut' lach'mer DDRüber über die Absurditäten der Deutschen Demokratischen Replik, ihren Jargon, die muffigen Mufu-Möbel und das impertinente Grenzer-Sächsisch auf dem Transit nach Berlin. Erich währt am längsten? Eine Laune der Geschichte. Und doch. Im Ernst, es gab ein Häuflein aufrechte Idealisten, die haben einen Herzschlag gekriegt, als es plötzlich vorbei war mit der alten So die gute Genossin Christiane (hervorragend: Katrin Saß) allein erziehend, zwei Kinder, eine kardiale Attacke, acht Monate Koma, den ganzen Mauerfall verschlafen. Als sie aufwacht, praktiziert ihr Sohn Alex (perfekt: Daniel Brühl) einen Mutter-Schutz der Sonderklasse. Keine Aufregung, alles wie früher! Liebevoll restauriert er für Mama, was nicht mehr zu retten ist. Aus Spreewald-Gurkengläsern und dem Müll der HO-Warenwelt ersteht, wie Phönix aus der Asche, ein heiler DDR-Kosmos zur Infarktvorsorge. Alex lügt, dass die Wende wackelt: überredet die Nachbarn (Wodka hilft mit), verkleidet Schüler als FDJler, kauft den Cola-Konzern auf, erfindet scharenweise West-Asylanten, um die vielen neuen BMWs im Viertel zu erklären. Fingiert sogar mit Hilfe eines medial-genialen Freundes Aktuelle Kamera-Nachrichten, die der ehemahlchen ADN-Realsatire in nichts nachstehen. Wir reiben uns die Augen. Kann ein deutscher Film eine richtig gute Komödie sein? Ein Kassenschlager ohne Klamauk, überaus witzig und rührend zugleich, grandios inszeniert, mit viel Stoff zum Denken und Erinnern? Er kann. Und dabei bekommt jeder sein Fett weg, auch wenn die Ostalgie insgesamt vielleicht noch eine Spur zu gut abschneidet. Fazit: Ossis, Wessis, marsch ins Kino. Das ist der Film, auf den ihr seit 1990 gewartet habt. |
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Être et avoirGanz Gallien teilt man in drei Teile ein, dessen ersten (wichtigen) die Pariser bewohnen, den zweiten (unwichtigen) die Provinzler, den dritten aber die Auvergnaten, zu deren Land bizarre Vulkankegel wie der Puy-de-Dôme gehören. Wunderbarer Käse kommt dort her. Es gibt unendlichen Raum für schöne Wanderungen (attention aux vaches). Es grünt und blüht erstaunlich viel. Es gibt auch Kinder. Sie wachsen in Zwergschulen wie der von Monsieur Lopez, zu acht oder zehnt, Buben und Mädchen zwischen viereinhalb und, sagen wir, zwölf Jahren. Ein Mikrokosmos, den dieser hervorragend komponierte Dokumentarfilm einfühlsam, humorvoll und mit derselben unendlichen Geduld vorstellt, die Lehrer (maître) Lopez für seine Schützlinge aufbringt. Denn die für uns ungewohnte Bezeichnung maître trifft: er ist ein Meister, und so einen hätte jeder von uns als Lehrer haben wollen. Liebevoll und nicht ohne eine gewisse Strenge erzieht er die Kinder zu sozialen Individuen, die schon mal lesen, schreiben, rechnen können (na mehr oder minder). Unglaublich ruhig und hartnäckig widmet er sich jedem einzelnen von ihnen. Er leitet sie an, kommentiert, diktiert, lässt nicht locker, fragt und bohrt nach. Unser lebenslanges Lernen, so haben wir am Ende begriffen, pendelt sich etwa auf das Tempo der kleinen Landschildkröten ein, die mit im Klassenraum wohnen. Im nächsten Schuljahr werden ein paar der Kinder aufs Collège dürfen. Abschied à la française mit vielen vielen Küsschen. Die Kamera bleibt lange auf Monsieur Lopez, so lange, bis er dann doch ein Tränchen unterdrücken muss. Fazit: Unbedingt ansehen ein kleines Meisterwerk, und ganz nebenbei ein Tableau des echten französischen Landlebens im Jahre 2002 nach Christus. |
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Catch me if you can!Sich einen Namen machen: ist das nicht der amerikanischste aller Träume? Frank D. Abagnale schafft es, bevor er 18 ist in der brillantesten Krull-Karriere, von der wir je gehört haben. Genial wickelt er die Damen um den Finger. Narrt die Herren. Foppt die Banken. Schickt seine falschen Schecks an den richtigen Ort (weit weg) und fliegt derweil schon als falscher Copilot zum nächsten Coup. Betätigt sich nebenbei als Arzt (Schwestern, aufgepasst) und Anwalt und Schwiegersohn. Hart auf den Fersen ist ihm Carl Hanratty, FBI. Lange bleibt offen, wer von den beiden cleverer ist: der quicke, erfinderische Frank oder der helle, hartnäckige Carl. Was ist ein Name? Frank Abagnale, Herr über tausend Unterschriften, hat einen. Carl Hanratty kämpft um seinen. Enrati?, fragt der französische Kollege. Mr. Ratty, sagt des Hochstaplers Schwiegermutter in spe. Einmal bekommt Carl, statt Frank, nur ein Schild mit seinen eigenen Namen zu fassen inklusive falschem D. Was soviel bedeutet wie Fang mich! Das Ding beim Namen nennen: Ich bin kein Pilot, kein Arzt, kein Anwalt. Als Frank das gesteht, in einem Augenblick der Schwäche, glaubt ihm sein Schwiegervater in spe kein Wort. Warum auch? Fazit: Ein äußerst kurzweiliger Film, voller Überraschungen. Schon der Vorspann ein Genuss. DiCaprio trumpft wunderbar auf. Tom Hanks großartig. Walken und Sheen bewegend. Die Musik eine Rolle für sich. Die Regie so durchdacht wie ideenreich. Drehbuch: das Leben. Watch it if you can! |
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Die zwei Türme (Herr der Ringe II)Gewaltiges geschieht in Mittelerde. Drei Filme wurden geschmiedet einer, uns zu fangen; einer, uns zu binden; einer, uns bis ans Ende der Mythen zu führen Allein, im zweiten Teil haben die Geschehnisse um den Ringträger Frodo nicht dieselbe Kraft wie zu Anfang. Sind wir etwa schon Mythen-müde? Nein, die Stories selbst leuchten ein wenig blasser. Teils, weil wir das Personal schon kennen. Denn Uruk-Hai bleibt Uruk-Hai, auch wenn er in Massen anrückt. Teils, weil die Handlung so zerfasert, dass dem Getrennt-Marschieren meist kein Vereint-Schlagen folgt. Und die Baumwesen-Episode ist trotz erkennbarem Aufwand schlicht missglückt. Genug der Mäkelei: Auch dieser Streifen ist sehenswert! Schon wegen des Elbenvölkchens, das wieder mit seinen Publikumslieblingen Arwen und Legolas antritt. Wegen Aragorn, klar. Und wegen der hübschen Schwertkämpferin Éowin. Nicht zu vergessen den phantastisch animierten Kriecher Gollum und überhaupt, diese Berge, Seen, Wälder. Fazit: Warten wir unverzagt auf Teil drei. Da, Freunde, wird es zur Sache gehen. Bauen wir auf den vorzüglichen Frodo, wenn er dem dunklen Sauron Saures gibt. Übers Jahr in Mordor!
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