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Swimming Pool (2)Eine Ergänzung nur für die, die ihn gesehen haben.Oder auf eigene Gefahr!
Gut, also nochmal von vorn: Erfolgreiche Londoner Krimiautorin möchte mehr vom Leben. Mehr Beachtung, mehr Zuwendung und yes, we are British, more sex please. Beispielsweise mit ihrem Verleger John. Doch der scheint dummerweise nur an Bestsellern interessiert. Da versucht sie es mal anders: Sie braucht so dringend Ruhe zum Schreiben, überlässt er ihr wohl sein Haus in der Provence? Tatsächlich! Und kommt selber auch? Leider Fehlanzeige. So bleiben statt erhoffter Ausschweifungen (das nahe Schloss des Marquis de Sade lässt grüßen) nur belanglose Beobachtungen rund um das Haus mit dem ruhenden Pool. Eine Socke. Eine Luftmatratze. Ein kahler Fleck im Gras. Und dann nistet sich zu allem Unglück noch Johns Töchterchen im Hause ein (oder nicht, das spielt eigentlich fast keine Rolle). Doch Sarah Morton wäre keine Krimiautorin, könnte sie daraus nicht rasch eine Mordsstory montieren. Der Roman übernimmt den Film: Die reale britische Verlegerstochter Julia wird zur französischen, Männer verschlingenden Julie. Auch hängt die Urlauberin Sarah vorsorglich das Kreuz über dem Bett ab und beschließt, sich ihren Phantasien beherzter zu nähern. Zumindest im Film-Roman, durch Julie, die zugleich Sarahs Alter Ego und ihre Tochter wird. Denn Julie darf alles, was Sarah gern täte. Diese wiederum durchleidet das de Sadesche Missgeschick der Tugend, indem sie ihren eigenen Phantasien verfällt und darin auch vor Beihilfe zum Mord nicht zurückschreckt. Brillant gespielt und inszeniert ist dieser Zickzackkurs zwischen Besonders reizvoll wird es, wenn die herbeigesehnten Abwechslungen zur verhassten Störung der Privatsphäre sublimiert werden. Ohrstöpsel ja oder nein, wenn's nebenan lustvoll tobt? Da zögert selbst die Britin. Im Film verschmelzen Realität und Fiktion, bis zum Schluss, als Sarah dem bösen spröden John noch einmal ordentlich eins auswischt mit ihrer, in Buchform, zur Realität gewordenen Fiktion. In bester cineastischer Tradition führt François Ozon vor, wie sehr das Medium Film nur schöner Schein ist, und wie unwiderstehlich dieser schöne Schein leuchtet. Weil der Film zeigt, was wir höchstens zu träumen wagen. Denn das wirkt oft mächtiger in uns als alles, was wir mit den Augen sehen. Außer eben im Film. PS: Diesmal können movie-news-Leserinnen und -Leser etwas gewinnen. Wer mich von einer anderen (einer wirklich anderen) Auflösung überzeugt, darf den nächsten Film aussuchen! |
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